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Quelle
Bundespolizei
12.01.21

Karriererückblick mit Ausblick #01

Karriererückblick bei der Bundespolizei: Wir blicken gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen auf eine bewegte Karriere bei Bundesgrenzschutz und Bundespolizei zurück. Wie hat sich der Dienst verändert, was müssen junge Kollegen heute an neuen Qualifikationen mitbringen und was war das spannendste Erlebnis? Die Biographien der gestandenen Kollegeninnen und Kollegen geben euch einen Einblick in die vielseitigen Aufgaben der Bundespolizei.  Im ersten Teil unserer Interviewserie beantwortet uns Alexandra acht Fragen zu Ihrem Werdegang in der #Bundespolizeifamilie.

 

1. Seit wie vielen Jahren bist du nun Bundespolizistin?

Mein Name ist Alexandra und ich bin seit 2004 Bundespolizistin. Nach meinem Schulabschluss im Jahr 1991 habe ich zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert. Dort wurde ich zunächst in der Kreditabteilung für Firmenkunden und später als Kundenberaterin eingesetzt. Ich war insgesamt 9 Jahre als Bankkauffrau tätig, ehe ich mich dazu entschlossen habe, einen neuen Weg einzuschlagen.

 

2. Was hat dich zur Bundespolizei geführt? Und wie bist du auf die Bundespolizei aufmerksam geworden?

Schon während meiner Tätigkeit als Bankkauffrau interessierte ich mich zunehmend für den Beruf des Polizeibeamten und hatte Bekannte/Freunde, die in diesem Beruf tätig waren. So konnten wir uns gelegentlich über berufliche Einsatzbereiche, Herausforderungen und Erfahrungen, die der jeweilige Beruf mit sich bringt, austauschen. Dadurch wurde mein Interesse an diesem Beruf verstärkt. 

Damals wurde ich durch eine Tageszeitung darauf aufmerksam, dass Bewerber/-innen für den mittleren Grenzzolldienst gesucht wurden. Da die Aufgabenwahrnehmung der Zollbehörde im Grenzzolldienst zum Großteil Überschneidungen mit polizeilicher Aufgabenwahrnehmung aufwies wurde mein Interesse geweckt. Nach bestandenem Auswahlverfahren wurde ich am 01. August 2000 als Zollanwärterin für den mittleren Grenzzolldienst beim Hauptzollamt Frankfurt Flughafen eingestellt.

Nach erfolgreichem Abschluss meiner Ausbildung und mit der Amtsbezeichnung Zollsekretärin zur Anstellung wurde ich im Frachtzentrum (FZF) am Frankfurter Flughafen eingesetzt. Dies war für mich allerdings eine große Enttäuschung, da ich überwiegend für die Erstellung von Abgabenbescheiden zuständig war – es handelte sich um eine Bürotätigkeit ohne Kontakte zum Bürger oder nach außen. Die neue Tätigkeit war aus meiner Sicht wenig herausfordernd und eintönig. 

Glücklicherweise hielt meine Enttäuschung nicht lange an bzw. war ausschlaggebend dafür, dass ich einen weiteren Schritt wagte: Im Jahr 2003 ermöglichte das Bundesministerium des Inneren die Übernahme von Bediensteten des mittleren Zolldienstes nach einem bestandenen Auswahlverfahren und einer entsprechenden Umschulung in den Polizeivollzugsdienst des Bundesgrenzschutzes. Am 01.04.2004 wurde ich zur Polizeimeisterin im Bundesgrenzschutz (BGS) ernannt.

 

3. In welcher Verwendung hast du bei der Bundespolizei gearbeitet / arbeitest du?

Meine Erstverwendung im BGS war am Frankfurter Flughafen als Kontroll- und Streifenbeamtin Später bildete ich mich als Rückführungsbeamtin fort – was bedeutete, dass ich auch zur Begleitung von Staatsangehörigen in ihr Heimatland aufgrund von Rückführungsmaßnahmen auf dem Luftweg eingesetzt werden konnte. So war ich zusätzlich zum regulären Dienst regelmäßig „weltweit“ unterwegs, z.B. in Peking, Johannisburg, Colombo, New York, Toronto, Singapur und überwiegend auf Flügen in nordafrikanische Staaten. 

Weiterhin wurde ich am Frankfurter Flughafen im Rahmen der Nachwuchsgewinnung eingesetzt und führte zusammen mit einem Kollegen Informationsveranstaltungen in Schulen im Rhein-Main-Gebiet durch. Durch diese beiden Zusatzfunktionen hatte ich sehr viel Abwechslung in meinem Dienstalltag. 

 

4. Wie bist du zu deiner heutigen Verwendung gekommen?

Nach 3 Jahren am Frankfurter Flughafen als Kontroll- und Streifenbeamtin nahm ich am Auswahlverfahren für den Aufstieg in den gehobenen Dienst teil.  Die 3-jährigen Aufstiegsausbildung startete ich im September 2008 als Polizeiobermeisterin und wurde im August 2011 nach erfolgreichem bestehen zur Polizeikommissarin ernannt. Durch einen Dienstpostentausch fand ich eine heimatnahe Verwendung in Kaiserslautern als Kontroll- und Streifenbeamtin. An dieser Stelle muss ich ein relativ häufig vorkommendes Gerücht, das da heißt: „Einmal Flughafen – immer Flughafen“ widerlegen. Jeder ist seines Glückes Schmied, und manchmal muss man eben auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

Nachdem ich in den Jahren 2011 – 2013 als Kontroll- und Streifenbeamtin in den Revieren Neustadt a.d.W. und Kaiserslautern eingesetzt wurde, unterstützte ich von 2013 – 2015 den Sachbereich Öffentlichkeitsarbeit / Controlling innerhalb der Inspektion.  Im Januar 2016 wurde mir eine Stelle als Gruppenleiterin im Revier Kaiserslautern übertragen und vier Jahre später, im März 2020, übernahm ich die Tätigkeit einer stellvertretenden Dienstgruppenleiterin. Diese Tätigkeit übe ich derzeit aus.

 

5. Gibt es eine Verwendung, die du gerne einmal ausprobiert hättest oder noch ausprobieren möchtest?

In jüngeren Jahren hätte mich eventuell eine Auslandsverwendung gereizt. Bedingt durch den Aufstieg und die weiteren Entwicklungen hatten sich diese Überlegungen dann jedoch recht schnell zerschlagen.

Zurückblickend bin ich dankbar dafür, dass ich während meiner Zeit am Frankfurter Flughafen unter anderem als „Personenbegleiterin Luft“ tätig sein konnte. Die Durchführung dieser Maßnahmen ist jeweils sehr individuell und erfordert in vielerlei Hinsicht eine gewisse Flexibilität an die eingesetzten Beamten/-innen. Man hat jedes Mal ein kleines Erfolgserlebnis, wenn eine Rückführung unproblematisch und ohne besonderen Vorkommisse durch Teamwork bewältigt werden kann und die eingesetzten Beamten wieder unversehrt in Deutschland ankommen.

Ich freue mich, dass ich aktuell als stellvertretende Dienstgruppenleiterin eingesetzt bin. Diese für mich relativ neue Aufgabe stellt mich immer wieder vor Herausforderungen und gestaltet dadurch meinen dienstlichen Alltag sehr abwechslungsreich und interessant.

 

6. Wie geht deine Familie und dein Freundeskreis mit deiner Berufswahl um?

Bereits mein Mut zum Wechsel von der Bank zum Zoll - somit in ein beruflich völlig neues Tätigkeitsfeld - fand ebenso wie der anschließende Wechsel zur Bundespolizei guten Anklang im Familien- und Freundeskreis. Da ich mich inzwischen – zwar über Umwege – in meinem Wunschberuf wiederfinde, haben sich die durch die Wechsel immer wieder in Kauf genommenen Anstrengungen gelohnt. Das sieht auch mein privates Umfeld so. Berufliche Zufriedenheit ist meines Erachtens grundlegend für private Ausgeglichenheit und Lebensfreude. Einen Neuanfang zu wagen, sofern diese Berufszufriedenheit nicht vorhanden sein sollte, kann ich deshalb nur Jedem nahelegen. Man muss dann natürlich erst mal die gewohnte Komfortzone verlassen – aber ich denke der Weg zahlt sich immer aus. Schließlich verbringt man einen Großteil seiner Lebenszeit am Arbeitsplatz.  

 

7. Auf welchen Augenblick in deiner Dienstzeit blickst du gerne zurück?

Im Prinzip habe ich keinen bestimmten einzelnen Augenblick, sondern schaue gerne auf meinen Weg insgesamt innerhalb der Bundespolizei zurück. Ich hatte beispielsweise eine sehr schöne Zeit am Frankfurter Flughafen. Entgegen der Vorurteile, die man auch heute immer wieder hört, man sei aufgrund der Personalgröße am Frankfurter Flughafen nur eine „Nummer“ von vielen, habe ich dort ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Zudem war ich Angehörige einer Dienstgruppe, in der ich mich sehr wohlgefühlt habe und in der man sich auch außerhalb der Dienstzeit zu privaten Unternehmungen getroffen hat. Zusammen mit fünf weiteren Kolleginnen aus meiner Inspektion habe ich auch mal einen Skiurlaub in Ischgl verbracht.

 

8. Wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Da mich erst Umwege zu meinem Traumberuf geführt haben und mir dieser nach wie vor sehr viel Spaß macht, habe ich beruflich aktuell keinerlei Veränderungen geplant. Aber man kann natürlich nie vorhersehen, was die Zukunft bringt und wie die Dinge sich weiterentwickeln. Die Bundespolizei bietet eine Vielzahl an Verwendungsmöglichkeiten und unterliegt zudem einem ständigen Anpassungs- und Veränderungsprozess. Ich lasse mich gerne überraschen, welche Optionen sich dienstlich für mich in der Zukunft noch ergeben und wie sich mein weiterer Weg gestalten wird. Ich bin mir aber auf jeden Fall sicher, dass es nicht langweilig wird.