Aufgaben auf See

Aufgaben auf See

Am Steuerrad für mehr Sicherheit: Die Aufgaben auf See
Aus Liebe zum Meer

Baden, sonnen, am Strand spazieren: Ein Tag am Meer bedeutet für die meisten von uns Erholung pur. Nicht für Lisa – denn die Nordsee ist ihr Arbeitsplatz. Die 26-Jährige ist für die Bundespolizei auf See im Einsatz. Als gebürtige Berlinerin war der Großstadtdschungel eigentlich ihr Zuhause, das Meer aber schon immer ihre große Liebe: „Mit 14 habe ich meinen Tauchschein gemacht und mit 16 meinen Bootsführerschein“, erzählt sie und fügt hinzu: „Wenn dich die See einmal gepackt hat, kommst du nicht mehr von ihr los.“ Nach einer Zwischenstation als Kommissarin am Münchener Hauptbahnhof entschied sich die junge Frau deshalb, eine Spezialausbildung bei der Bundespolizei in Neustadt/Holstein zu absolvieren. Nach dem insgesamt 18-monatigen Lehrgang war sie gut gerüstet für ihren maritimen Einsatz – und fand ihren neuen Heimathafen bei der Küstenwache in Cuxhaven.

Patrouille bei Wellengang

Lisa und ihr Team sind durchschnittlich sechs bis sieben Tage am Stück auf Streifenfahrten unterwegs. Dabei steuert das 66 Meter lange Schiff der Küstenwache im

Lisa

Normalfall zunächst die sogenannten Reeden, die Liegeplätze vor den Häfen, an. „Wir kontrollieren Schiffe, die schon mal aufgefallen sind – zum Beispiel wegen unerlaubter Einreise oder Problemen mit dem Zoll.“ Im Anschluss geht es weiter raus bis zur Tankerroute, auf der Transportschiffe zwischen den Niederlanden und Norwegen verkehren: „Hier gibt es häufig Fälle von Umweltverschmutzung, die wir verhindern und ahnden wollen.“ Zu der 14-köpfigen Mannschaft gehören Techniker, Seemänner, Spezialisten für Nautik und Schiffsführung – und natürlich ein Koch. Lisa ist Teil der Seemannschaft, übt sich aber, so oft es geht, in Nautik und Navigation: „Das finde ich besonders spannend.“

Hilfe im Notfall

Zu den Aufgaben auf See zählen nicht nur die grenzpolizeiliche Sicherheit und der Umweltschutz. Die Beamten sind auch zur Stelle, wenn andere Schiffe in Not geraten: „Wenn das Wetter umschlägt, kann es von der einen auf die andere Sekunde brenzlig werden.“ Ihre Spezialausbildung bereitet die Bundespolizisten auf die verschiedensten Gefahrensituationen vor: „Feuer im Schiff, Wasser im Schiff, Mann über Bord – all das sind Fälle, die wir in vielen Übungen geprobt haben“, erzählt Lisa. Doch auch ohne einen echten Notfall braucht man an Bord ab und zu eine große Portion Mut: „Sind zum Beispiel die Positionslichter am Topmast kaputt, muss einer von uns hoch und sie in circa 17 Metern Höhe über dem Meeresspiegel austauschen. Da sollte man schon schwindelfrei sein“, lacht die junge Kommissarin. Dass sie Großstadt gegen Küste eingetauscht hat, hat Lisa nie bereut: „Was die Zukunft bringt, weiß ich nicht.“


Die Aufgaben auf See im Überblick

Die Bundespolizei ist im gesamten deutschen Küstenmeer für den grenzpolizeilichen Schutz des deutschen Staatsgebietes zuständig. Sie nimmt Aufgaben der Schifffahrtspolizei, des Umweltschutzes, der Fischereiüberwachung und der Überwachung von Forschungshandlungen wahr. Auch außerhalb des deutschen Küstenmeeres sind die speziell ausgebildeten Beamten im Einsatz: als zuständige Polizisten für allgemeinpolizeiliche Aufgaben, zu denen die Bundesrepublik Deutschland nach dem Völkerrecht befugt ist.

Seit Juli 1994 ist die Bundespolizei Teil der „Küstenwache des Bundes“, einem Zusammenschluss der maritimen Vollzugskräfte des Bundes, zu dem auch der Zoll, die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und der Fischereischutz gehören. Die Länge der Seegrenzen in Nord- und Ostsee, die zugleich Schengen-Außengrenzen sind, beträgt etwa 700 Kilometer.

Weitere Informationen gibt es unter www.kuestenwache.de.