Grenzschutz

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Vielfalt als Auftrag – die grenzpolizeilichen Aufgaben der Bundespolizei
„Kein Tag gleicht dem anderen“

Mathias war Spitzenathlet. Für die Rad-Nationalmannschaft ging er ans Limit seiner Leistungsfähigkeit. Jetzt verlangt ihm sein Job bei der Bundespolizei alles ab. Als Teil der Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit (MKÜ) wird der 27-Jährige häufig zur Unterstützung bei den grenzpolizeilichen Aufgaben eingesetzt. Im Interview erzählt der gebürtige Fürstenwalder von seinen „Grenzerfahrungen“.

Mathias, Sportfans kennen dich vielleicht noch als Radsprinter. Wie bist du zur Bundespolizei gekommen?

Matthias 0150

Mathias

In unserer Familie haben wir bereits drei Polizisten, daher habe ich mich von klein auf für den Beruf interessiert. Meine große Leidenschaft war aber auch der Bahnradsport. Ich bin sogar für die deutsche Nationalmannschaft gefahren. Letztlich hatte ich das Glück, beides miteinander verbinden zu können, da ich in die Spitzensportförderung der Bundespolizei aufgenommen wurde. Dort bietet die Bundespolizei die Möglichkeit einer dualen Karriere. Das heißt, dass man die Laufbahnausbildung im mittleren Dienst absolviert und nebenbei einer der geförderten Sportarten nachgehen kann. Ausbildung und Training sind dabei optimal aufeinander abgestimmt. Da beides jedoch sehr fordernd ist, dauert die Ausbildung zum Polizeimeister dreieinhalb anstatt zweieinhalb Jahre. Nachdem ich meine sportliche Karriere beendet hatte, wurde ich im Anschluss bei der MKÜ eingesetzt, wo ich jetzt hauptsächlich nahe Frankfurt (Oder) an der polnischen Grenze arbeite und oft die örtliche Bundespolizeiinspektion unterstütze.

Vor welche Herausforderungen stellt dich dein Alltag?

Im Grenzraum greifen wir oft Menschen auf, die unerlaubt in das Bundesgebiet eingereist sind. Dabei handelt es sich häufig um Personen, die keinen anderen Ausweg wussten, als ihre Heimat zu verlassen – zum Beispiel, weil sie politisch verfolgt werden oder vor Kriegen und Armut flüchten. Unsere Hauptaufgabe ist es dabei, die Schleuser zu fassen, die sich die ausweglose Situation der Menschen zunutze machen und damit Geld verdienen. Natürlich gibt es auch ruhige Tage. Aber die meisten Einsätze sind spannend und es gleicht kein Tag dem anderen.

Was muss ein junger Mensch können, um bei Euch anzufangen?

Insbesondere kommt es bei unserem Job auf gute Teamarbeit an. Meine Kollegen und ich sind jederzeit immer voll bei der Sache. Wer an der Grenze arbeiten will, sollte in der Lage sein, auch in brenzligen Situationen und unter Stress einen kühlen Kopf zu bewahren. Wenn Autodiebe flüchten, Schmuggler sich der Kontrolle entziehen wollen oder Schleuser versuchen, einer möglichen Festnahme zu entkommen, müssen wir schnell und besonnen reagieren. Unser Grundsatz dabei: Wir bringen zu keinem Zeitpunkt uns selbst oder unbeteiligte Dritte in Gefahr.

Was gefällt Dir am besten an deiner Arbeit an der Grenze?

Dass es eben kein typischer Bürojob ist. Für die grenzpolizeiliche Arbeit braucht man Ausdauer in den verschiedensten Bereichen. Psychische Ausdauer, wenn man nicht den richtigen Riecher hat und ohne Einsatzerfolg nach Hause fährt. Physische Ausdauer, um mit der anderen Seite mithalten zu können. Aber es geht auch um den Teamgedanken. Bei uns kann sich jeder auf jeden verlassen – und das ist ein wirklich gutes Gefühl.


Die grenzpolizeilichen Aufgaben der Bundespolizei im Überblick

Die grenzpolizeilichen Aufgaben der Bundespolizei umfassen die Überwachung der Grenzen zu Lande, zu Wasser und aus der Luft. Die Beamten kontrollieren außerdem den grenzüberschreitenden Verkehr und überprüfen die Grenzübertrittspapiere sowie die Berechtigung zum Grenzübertritt (an den See- und Flughäfen). Schließlich fallen auch die Grenzfahndung sowie die Abwehr von Gefahren in den Einsatzbereich des grenzpolizeilichen Auftrages. Diese Zuständigkeit endet dabei nicht an der Meeresküste, sondern reicht an den Landgrenzen bis zu 30 km und an den Seegrenzen 50 km ins Landesinnere. So ergibt sich rechnerisch ein Zuständigkeitsbereich von ca. 150.000 km². Das entspricht über 40 % der Fläche des gesamten Bundesgebietes. Außerdem umfasst der Schutz der Grenzen auch im Inland die Grenzkontrollen auf Flug- und Seehäfen (jeweils mit grenzüberschreitendem Verkehr). So leistet die Bundespolizei auch nach Inkrafttreten des Schengener Abkommens einen wertvollen Beitrag, die Sicherheit an den Grenzen zu gewährleisten – und die grenzüberschreitende und zum großen Teil Organisierte Kriminalität wirkungsvoll zu bekämpfen.

Weitere Informationen zur Spitzensportförderung findest du hier.