Kriminalitätsbekämpfung

Kriminalitätsbekämpfung

Mit Köpfchen und modernster Technik – Kriminalitätsbekämpfung
Dem Straftäter auf der Spur

Ronny hat die Kriminalität schon auf viele Arten bekämpft. Der Polizeioberkommissar der Bundespolizei koordinierte als Gruppenleiter Einsätze an der deutsch-polnischen Grenze und ermittelte gegen Schleuser und deren Hintermänner. Mittlerweile begibt er sich in Münster auf Spurensuche. Dort ist er unter anderem für die Kriminaltechnik verantwortlich. Er sichert den Tatort, sucht nach Fingerabdrücken, schießt Beweisfotos. „Dafür muss ich mich in den Täter hineinversetzen, mir überlegen, wie er vorgegangen ist und was er angefasst haben könnte“, sagt der 34-Jährige. Dabei helfen ihm nicht nur zielgenaue Fortbildungslehrgänge der Bundespolizei. Auch Fernsehserien geben ihm Inspiration. Sie sind zwar in der Darstellung überspitzt, treffen aber im Kern auch die Aufgaben in der Kriminaltechnik, erklärt er schmunzelnd und ergänzt: „Besonders, wenn es um Tatortarbeit geht, können Krimiserien einen Anreiz geben, um mehr als eine Ecke zu denken – und nicht nur an naheliegenden Orten nach Spuren zu suchen.“ Er und seine Kollegen klärten einen großen Fall von Kabeldiebstahl auf, weil Ronny an einer sehr ungewöhnlichen Stelle DNA-Spuren fand – wo genau, kann er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten.

„Bei der Vernehmung halten wir niemandem die Lampe ins Gesicht“

Ronny ist seit fast 15 Jahren bei der Bundespolizei. Ein Spurensucher war er schon immer. So wechselte er 2005 zur Kriminalitätsbekämpfung nach Kleve, weil ihn die

Ronny

akribischen Ermittlungen reizten: „Ich habe bis dahin unerlaubte Eingereiste aufgegriffen und die Sachverhalte aufgenommen. Nun wollte ich weiter recherchieren: Wo kommen sie her? Wo wollen sie hin? Ziehen Hintermänner die Fäden? Der Gedanke, dass schon ein kleiner Hinweis zu einem großen Fall führen kann, hat mich ungeheuer fasziniert“, erklärt der gebürtige Cottbusser. Den kleinen Hinweisen geht er mittlerweile als Kriminaltechniker im Münsterland nach. In seiner neuen beruflichen Heimat beschäftigt er sich seit 2008 vor allem mit Straftaten, die an Bahnhöfen, an Bahnstrecken, in Zügen und am Flughafen Münster/Osnabrück begangen werden.

Neben der Kriminaltechnik ist Ronny in seiner Dienststelle auch im Bereich Gewaltdelikte tätig – er bearbeitet Strafanzeigen, sichtet Beweisvideos, vernimmt Verdächtige und verfolgt Internetkriminalität. Ganz so wie in den Krimis gehe es beim Verhör aber nicht zu: „Wir vernehmen sachlich, anhand der Faktenlage und halten auch niemandem eine Lampe ins Gesicht.“ Wenn Ronnys Spurensuche erfolgreich war, kann eine Vernehmung von kurzer Dauer sein. Denn die Beweise sprechen manchmal für sich.


Die Kriminalitätsbekämpfung durch die Bundespolizei im Überblick

Die Bundespolizei verfügt auch über eine kriminalpolizeiliche Komponente. Eine anspruchsvolle Aufgabe. Allein im Jahr 2012 verfolgten die Ermittler der Bundespolizei rund 312.000 Straftaten – von denen sie fast zwei Drittel aufklären konnten. Dabei geht es auch um die Verfolgung und Bekämpfung von organisierten Schleuserbanden, die Menschen ohne erforderliche Aufenthaltstitel aus dem Ausland illegal nach Deutschland bringen. Insgesamt befassen sich 61 regionale Ermittlungsdienststellen mit der Verfolgung leichter und mittlerer Kriminalität. In neun Bundespolizeiinspektionen für Kriminalitätsbekämpfung gehen Spezialisten Fällen schwerer und organisierter Kriminalität nach.