Diktat

Der dienstliche Schriftverkehr gehört im mittleren Polizeivollzugsdienst in der Bundespolizei zum Polizeialltag. Beispielsweise müssen Berichte für eine Ermittlungsakte oder eine Unfallakte geschrieben werden, die dann auf dem Schreibtisch des Staatsanwalts landen. Peinliche Fehler sind dabei zu vermeiden. Das Test-Diktat, welches im Auswahlverfahren von jeder Bewerberin und jedem Bewerber zu schreiben ist, dient dazu, die Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung und Grammatik zu überprüfen.

So kann man sich auf das Diktat vorbereiten: Es empfiehlt sich, die deutsche Rechtschreibung in der seit 2017 gültigen Fassung zur Hand zu nehmen und die folgenden Regeln nachzulesen:

  • korrekte Verwendung der S-Laute
  • Groß- und Kleinschreibung
  • Getrennt- und Zusammenschreibung
  • Zeichensetzung, insbesondere Komma-Regeln
  • Schreibung nach dem Prinzip des Wortstammes

Im Internet finden sich zahlreiche Beiträge zu häufig auftretenden Rechtschreib- und Grammatikfehlern. Neben einfachen und verständlichen Erklärungen kann man sich in Tests Wörter diktieren lassen und die eigene Trefferquote überprüfen. Oftmals sind es die kleinen, feinen Unterschiede, die wichtig sind: Befindet sich jemand in der „Bedrouile“ oder in der „Bredouille“, legt ein aufgebrachter Bürger ein sonderbares „Gebahren“ oder „Gebaren“ an den Tag oder muss das Dienstfahrzeug in die „Reperatur“ oder zur „Reparatur“?

Das folgende Beispieldiktat vermittelt einen Eindruck vom sprachlichen Niveau des Diktates:

Überwachungsstaat

Die oft vor Bundestagswahlen hitzig entfachte Diskussion über die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen wird sehr kontrovers geführt, denn der Bundespolizei wird die geplante totale Überwachung, beispielsweise auf Bahnhöfen, vorgeworfen. Diesem Argument steht jedoch gegenüber, dass in Banden organisierte Kriminelle, deren Ziele schwerpunktmäßig die Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn AG sind, aufgrund ihrer Recherchen an Bahnhöfen zugeschlagen haben, auf denen es bislang keine Videoaufzeichnung gab. Explizit sei hierbei darauf verwiesen, dass nur 2,5 Prozent aller Bahnhöfe vollständig per Kamera observiert werden. Unlängst konnte ein Bombenleger, der seinen Sprengsatz auf dem Bonner Bahnhof zünden wollte, nur vom Objektiv einer Fast-Food-Kette gefilmt werden, da die Bahnkamera aufgrund mangelnder Reichweite keine verwertbaren Aufnahmen lieferte. 

Die DB AG und die Bundespolizei sind sich indes einig, dass die 7,5 Millionen Reisenden, die pro Tag auf dem 34 000 Kilometer langen deutschen Schienennetz unterwegs sind, wohlbehalten und sicher ankommen sollen. Doch wie wird dieses Mehr an Sicherheit finanziert?

Einen Lösungsansatz kann nur ein Sicherheitsgipfel, in dem die zuständigen Ministerien, Polizeibehörden und Datenschützer involviert sind, zuverlässig liefern.

Letztlich sei angemerkt, dass die Bundespolizei im vergangenen Jahr circa 900 Straftätern nur mithilfe von Videoaufzeichnung auf die Spur kam.

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