Diktat

Der dienstliche Schriftverkehr gehört zum Polizeialltag. So müssen beispielsweise Berichte für eine Ermittlungsakte oder eine Strafanzeige geschrieben werden, die dann auf dem Schreibtisch des Staatsanwalts landen. Peinliche Fehler sind dabei zu vermeiden. Das Test-Diktat, welches im Auswahlverfahren von jeder Bewerberin und jedem Bewerber zu schreiben ist, dient dazu, die Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung und Grammatik zu überprüfen.

So kann man sich auf das Diktat vorbereiten: Es empfiehlt sich, die Neue Deutschen Rechtschreibung in der seit 2017 gültigen Fassung zur Hand zu nehmen und die folgenden Regeln nachzulesen:

  • Korrekte Verwendung der S-Laute
  • Groß- und Kleinschreibung
  • Getrennt- und Zusammenschreibung
  • Zeichensetzung, insbesondere Komma-Regeln
  • Schreibung nach dem Prinzip des Wortstammes

Im Internet finden sich zahlreiche Beiträge zu häufig auftretenden Rechtschreib- und Grammatikfehlern. Neben einfachen und verständlichen Erklärungen kann man sich in Tests Wörter diktieren lassen und die eigene Trefferquote überprüfen. Oftmals sind es die kleinen, feinen Unterschiede, die wichtig sind: Befindet sich jemand in der „Bedrouile“ oder in der „Bredouille“, legt ein aufgebrachter Bürger ein sonderbares „Gebahren“ oder „Gebaren“ an den Tag oder muss das Dienstfahrzeug in die „Reperatur“ oder zur „Reparatur“?

Das folgende Beispieldiktat vermittelt einen Eindruck vom sprachlichen Niveau des Diktates:

Alles hat seinen Preis
Im Netz steht das Dankschreiben des Innenministers an die Bundespolizei anlässlich des Castoreinsatzes vom November 2010, in dem er alle Beteiligten für ihr verantwortungsbewusstes Engagement lobt, das den Rechtsstaat in vorbildlicher Weise repräsentiert habe. Im Internet kommentieren aber auch Atomkraftgegner stolz ihre Fotochronik [Photochronik] des Widerstands auf Schiene und Straße und veröffentlichen neue Appelle für künftige Castorproteste. Nicht nur, dass seit 50 Jahren Atomkraftwerke radioaktive Abfälle produzieren, für die es keine sichere Entsorgung gibt, die Entscheidung der Bundesregierung, die Laufzeit für Atomkraftwerke zu verlängern, brachte noch mehr Leute auf die Barrikaden als in der Vergangenheit. Die Befürworter des Endlagers Gorleben geben zu, dass es ein riesiges Versäumnis war, nicht mehr in die Öffentlichkeitsarbeit investiert zu haben und Skeptiker nicht in das Projekt einzubinden. Wie und wo sollen sich die Gegner angemessen und vernehmbar artikulieren? Selbst die kommunalen Parlamente der betroffenen Region können nicht mitentscheiden, da alle atomrechtlichen Verfahren dem Bundes- und Landesrecht unterliegen. Das Recht auf freie Meinungsäußerung im Nachhinein hat auch einen Preis. Beim Castoreinsatz 2010 bezifferte er sich auf 25 Millionen Euro allein für den Polizeieinsatz.
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