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Das mündliche Testverfahren der Bundespolizei

Selbstbewusst und vorbereitet durch den mündlichen Einstellungstest für den mittleren und gehobenen Dienst

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Vielen Bewerbern flößen die Testverfahren für den mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienst Respekt ein. Und das nicht ohne Grund: Das Vorstellungsgespräch im mittleren Dienst und das Assessment-Center im gehobenen Dienst sind anspruchsvoll. Aber auch unsere Prüfer wissen – es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wie du dich optimal auf unsere Einstellungstests vorbereitest, verraten wir dir mit unseren acht Tipps.

Tipp 1: Bücher zum Einstellungsverfahren: Kein Muss - können aber helfen

Bücher, die unser Einstellungsverfahren behandeln, helfen dir bei der Vorbereitung und geben Orientierung. Sie sind aber kein Muss um im Auswahlverfahren erfolgreich zu sein. Achte beim Kauf darauf, dass die Bücher explizit das aktuelle Verfahren der Bundespolizei thematisieren. Denn Vorsicht: Für die Landespolizei und den Zoll gibt es ebenfalls vorbereitende Bücher.

Tipp 2: Informiere dich über das Weltgeschehen

Egal ob Zeitung, Radio, News-App oder Fernsehen – du findest zahlreiche Medien, die dich gut informieren. Verfolge die aktuellen Ereignisse und Debatten und bleibe auf dem Laufenden.

Tipp 3: Trainiere deine Allgemeinbildung

Wer war der erste deutsche Bundespräsident? Wann wird der Bundestag gewählt? Und wie viele Mitgliedsstaaten hat die Europäische Union? Im Internet findest du zahlreiche Wissens-Quizze, mit denen du deine Allgemeinwissen auch unterwegs trainieren kannst.

Tipp 4: Stell die Prüfungssituation nach

Nutze Gespräche in deinem Umfeld für Diskussionen und vertrete deine Meinung. Gehe vielleicht sogar noch einen Schritt weiter: Bitte deine Freunde und Familie eine Prüfungskommission nachzustellen, um dir einmal so richtig auf den Zahn zu fühlen. Sie sollen dir viele, vor allem aber schwierige Fragen stellen. So bereitest du dich ideal auf Prüfungssituationen vor und lernst, kritische Nachfragen gelassen zu meistern.

Tipp 5: Nutze die Angebote der Bundespolizei

In unserer Mediathek findest du zahlreiche Tipps, Informationen und Videos. Sie helfen dir bei der Vorbereitung auf das Bewerbungsverfahren. Du hast trotzdem noch weitere Fragen? Dann kontaktiere uns jederzeit über unsere Social-Media-Kanäle. Gerne kannst du auch zu einem persönlichen Gespräch vorbeikommen. Vereinbare einfach einen Termin mit einem Einstellungsberater in deiner Nähe.

Tipp 6: Zeige, dass du der Richtige bist

Überlege dir vorab, warum gerade du ein Gewinn für die Bundespolizei bist. Welche Eigenschaften machen dich besonders? Vielleicht arbeitest du ehrenamtlich in einem Seniorenheim, trainierst Kinder im Sportverein oder gibst kostenlos Nachhilfe? Erzähle uns von deinem Engagement und punkte damit.

Tipp 7: Keine Angst vor Blackouts

Bleibe auch dann ruhig und entspannt, wenn du im Gespräch mit deinen Prüfern den Faden verlierst. Fange deinen Satz einfach nochmal von vorn an. Es ist ganz normal, aufgeregt zu sein. Außerdem stellen dir die Prüfer auch Fragen, die du mit Sicherheit nicht beantworten kannst. Wir testen so, wie du dich in Stresssituationen verhältst. Lass dich davon nicht verunsichern.

Tipp 8: Sei du selbst

Im Auswahlverfahren wirst du auch Rollenspiele meistern müssen. Unser Ratschlag: Sei du selbst und höre auf dein Bauchgefühl. Du kannst gar nicht alles richtigmachen und deine Prüfer wissen das. Schließlich bist du noch kein ausgebildeter Polizist.

Wir freuen uns auf deine Bewerbung!

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Bundespolizeibeamtin und Mutter – zwei Berufe unter einem Hut

Die Bundespolizei wünscht allen Müttern einen tollen Muttertag!

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Frühstück ans Bett, einfach mal den Abwasch übernehmen oder einen schönen Blumenstrauß schenken – ganz klassisch. Viele Mütter freuen sich heute über diese und andere Aufmerksamkeiten ihrer Kinder. Denn heute ist Muttertag.

Auch bei der Bundespolizei arbeiten viele Mütter. Zu unseren über 40.000 Mitarbeitern gehören fast 8.500 Frauen. Auf viele von ihnen wartet nach Dienstschluss die Familie. In den blauen Uniformen stecken Mütter, die sich um ihre Kinder sorgen, nach dem Vorlesen alle Kinderbücher auswendig kennen und zu deren Aufgaben neben dem Beruf auch der Besuch des Elternsprechtags gehört.

Bei der Bundespolizei kannst du deine Arbeitszeiten flexibel gestalten oder nach Wunsch in Teilzeit arbeiten – und das bei vollem Überstundenausgleich. Damit unterstützt die Bundespolizei als Arbeitgeber die Vereinbarkeit beider Berufe: Bundespolizeibeamtin und Mutter.

Heute möchten wir allen Müttern Respekt zollen und dir unsere Kollegin Romy vorstellen: Romy hat ihre Ausbildung zur Bundespolizeibeamtin 1991 im mittleren Polizeivollzugsdienst begonnen. Heute hat Romy einen sechsjährigen Sohn, ist erfolgreich bis in den höheren Polizeivollzugsdienst aufgestiegen und arbeitet aktuell als Sachbereichsleiterin für Kriminalitätsbekämpfung.

Romy, du hast deinen Aufstieg vom gehobenen in den höheren Dienst 2015 begonnen. Dein Sohn war damals drei. Hat die Bundespolizei dich dabei unterstützt, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen?

Ja, ich habe viel Unterstützung bekommen. Mein Mann, der ebenfalls bei der Bundespolizei ist, hat während meines 16-monatigen Aufstiegsverfahrens zeitweilig im Tagdienst gearbeitet und konnte sich so um die Betreuung unseres Sohnes kümmern.

Privat habe ich meine beruflichen Ziele gegen meine familiäre Situation abgewogen. Da gab es durchaus ein Spannungsfeld: Das typische Gefühl einer Mutter, unentbehrlich zu sein. Die Frage, wer kümmert sich daheim? Unsere Antwort lautete ganz einfach: Papa eben. Rückblickend ist die Zeit schnell verflogen – wer kennt das nicht – und alle Betroffenen haben die Herausforderungen gemeistert, jeder seinen Teil.

Übrigens schreibe ich diese Zeilen abends während mein Sohn im Traumland weilt. Am Nachmittag haben wir gemeinsam viel unternommen und erlebt. Das geht nur, weil die Bundespolizei mir flexible Arbeitszeiten ermöglicht.

Sollten mehr Frauen und Mütter bei der Bundespolizei den Aufstieg wagen, etwa in den Höheren Dienst?

Meine Laufbahn ist sicher keine Blaupause und auch nicht das Richtige für jede Kollegin. Mir ermöglicht das Karrieremodell, mich in meinem Beruf bestmöglich einzubringen und gleichzeitig eine ausgewogene Work-Life-Balance zu halten.

Welche Eigenschaften, neuen Ansätze oder Schwerpunkte bringen weibliche Führungskräfte deiner Meinung nach bei der Bundespolizei ein?

Ich empfehle, diese Frage meinen männlichen Kollegen zu stellen. Deren Wahrnehmung von außen dürfte reeller sein als meine eigene. In meinem derzeitigen Arbeitsbereich arbeiten seit mehreren Jahren fast genauso viele Frauen wie Männer. Die Aufgaben stehen für uns im Mittelpunkt: Deshalb sind Überlegungen zu typischen Geschlechterrollen oder -merkmalen eigentlich kaum ein Thema.

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Bewirb dich jetzt für die Einstellungen 2018

Es geht wieder los. Sichere dir deine Chance auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz bei der Bundespolizei und fordere jetzt deine Bewerbungsunterlagen an.

Mittlerer oder gehobener Polizeivollzugsdienst – du hast die Wahl

Die Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst dauert zweieinhalb Jahre und bereitet dich praxisnah auf deine zukünftige Tätigkeit vor. Zwei Einstellungstermine bieten wir dir im nächsten Jahr an: Für die Einstellungen am 1. März 2018 endet die Bewerbungsfrist am 01. September 2017. Für die Einstellungen am 1. September 2018 endet die Bewerbungsfrist am 01. November 2017

Der modulare Diplomstudiengang für den gehobenen Polizeivollzugsdienst dauert drei Jahre. Theoretische und praktische Inhalte, die sich an der Struktur eines Bachelorstudiengangs orientieren, wechseln sich während der Ausbildung ab. Schließt du das Studium erfolgreich ab, hast du ein Fachhochschuldiplom und darfst dich Polizeikommissarin oder Polizeikommissar nennen. Für die Einstellungen am 1. September 2018 endet die Bewerbungsfrist am 1. November 2017.

Alle Einstellungsvoraussetzungen und Informationen zum Auswahlverfahren findest du hier.

Du hast eine Frage oder kannst eine Information nicht finden? Dann wende dich an deinen persönlichen Einstellungsberater. Er hilft dir gerne weiter.

Finde eine Infoveranstaltungen in deiner Nähe – mit unserem Veranstaltungskalender.

Auf unseren Social-Media-Kanälen findest du aktuelle Informationen, Tipps und Wissenswertes zu Bewerbung und Auswahlverfahren. Besuche uns auf Facebook, YouTube und Instagram.

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Polizeimythen und -irrtümern auf der Spur

Was du schon immer von einem Bundespolizisten wissen wolltest

BPOL Mythen neu212Fast jeder Bundespolizist kennt die Situation im Freundeskreis und auf einer Familienfeier, wenn dieser eine Satz fällt: "Sag mal stimmt es wirklich, dass die Polizei …" Viele Mythen und Irrtümer rund um die Ordnungshüter in blau halten sich hartnäckig. Manche sind völliger Unsinn, andere hingegen haben einen wahren Kern. Wir klären auf:

Bundespolizisten sind nur im Dienst, wenn sie ihre Mütze tragen.

Falsch! Was wäre, wenn einer Kollegin oder einem Kollegen die Mütze vom Kopf geweht wird – darf er dann keine Maßnahmen mehr treffen? Das ist natürlich Quatsch. Polizisten können auch ohne aufgesetzte Mütze im Dienst sein. Polizeiinterne Vorschriften regeln aber, dass im Dienst die Mütze zur Uniform zu tragen ist. Das hat jedoch keine Auswirkung auf die Rechtmäßigkeit einer polizeilichen Maßnahme.

Bei einer Festnahme steht mir ein freier Anruf zu.

"Ich will jetzt meinen Anruf!" Diesen Satz hört man nicht nur in Hollywood-Filmen, sondern auch auf so mancher Dienststelle der Bundespolizei. Die Sache ist allerdings etwas komplizierter: Den berühmten "Freecall", der jedem/jeder Festgenommenen angeblich zusteht, gibt es nicht. Hier kommt es auf den Einzelfall an. Manchmal können Telefonanrufe mit dem eigenen Handy verwehrt werden, um die Vernichtung von Beweismitteln zu verhindern oder den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden (z.B.: wenn dadurch Komplizen gewarnt werden könnten).

Grundsätzlich aber bekommt der/die Festgenommene die Möglichkeit, einen Anwalt zu kontaktieren und Angehörige über seinen/ihren Aufenthaltsort zu informieren. Dafür kann auch das Dienststellentelefon genutzt werden.

Ich muss immer meinen Personalausweis dabei haben.

Nein. Für deutsche Staatsangehörige gilt ab 16 Jahren eine Besitzpflicht. Heißt: Deutsche Bundesbürger müssen einen Ausweis oder Pass besitzen. Es besteht aber keine Mitführpflicht in Deutschland. Der Nachteil davon: Muss die Polizei die Identität feststellen, dauert der Vorgang in der Regel länger. Denn die Beamten müssen die Identität eventuell auf der Dienststelle überprüfen. Für Personen mit ausländischen Staatsangehörigkeiten gelten allerdings andere Vorschriften.

Bundespolizisten müssen mir auf Verlangen ihren Dienstausweis zeigen.

Mythen AusweisTreffen Bundespolizisten eine Maßnahme gegen jemanden, darf der/die Betroffene die Dienstausweise verlangen und die Beamten müssen diese in der Regel vorzeigen – ja. Allerdings bestimmen die Beamten, wann dafür der beste Zeitpunkt ist. Und das ist eher am Ende einer Maßnahme. Polizisten sind nicht verpflichtet, während einer Kontrolle oder Rangelei den Dienstausweis zu zeigen. Nur der/die Betroffene bekommt die Dienstnummer oder den Ausweis zu Gesicht, Umstehende, Passanten oder Begleiter nicht. Allerdings: Beamte in Zivil, die eine polizeiliche Maßnahme durchführen, geben sich vorab mit dem Dienstausweis als Polizisten zu erkennen.

Ohne Durchsuchungsbeschluss darf die Polizei nicht in meine Wohnung.

Die Unverletzlichkeit der Wohnung ist durch das Grundgesetz besonders geschützt. Grundsätzlich ist für eine Wohnungsdurchsuchung ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss erforderlich. Aber es gibt Ausnahmen: Zum Beispiel beim Ergreifen von Tatverdächtigen oder wenn Gefahr im Verzug ist (z.B. wenn Beweismittel vernichtet werden könnten). Der Umkehrschluss wäre sonst: Nach einer schweren Straftat flüchtet der/die Tatverdächtige in seine/ihre Wohnung und die Polizei müsste vor der Tür warten, bis der Durchsuchungsbeschluss da ist oder die Person wieder herauskommt.

Polizisten nutzen im Einsatz Codes und Abkürzungen, um sich ungestört abzustimmen.

Stimmt. Die Sprache der Polizei besteht aus unzähligen Abkürzungen. Auch beim Funken gibt es eigene Formulierungen und Codes. Dabei geht es aber weniger darum, sein Gegenüber zu verwirren, sondern um eine kurze und schnell verständliche Funk-Kommunikation zu gewährleisten. Wenn ein Bundespolizist bei einer Kontrolle alte deutsche Namen, wie "Berta", "Gustav" oder "Marta" ins Funkgerät spricht, so buchstabiert er lediglich den Namen auf dem Ausweis mit Hilfe des deutschen Buchstabieralphabets.

Bei schlechter Funkverbindung oder bei längeren und komplexen Sachverhalten, gibt ein Bundespolizist oft "komme über Draht" durch. Das heißt er ruft die Leitstelle über Telefon, heute natürlich mit dem Handy, damals vom Festnetztelefon mit Schnur oder Draht.

Polizei ist Polizei. Egal ob in Hamburg oder München.

Nein. Polizei ist Ländersache. Es gibt im Grunde 19 verschiedene Polizeien in Deutschland. Jedes Bundesland hat eine Polizei. Hinzu kommen die Bundespolizei mit Sonderaufgaben, die Polizei beim Deutschen Bundestag und das Bundeskriminalamt mit speziellen Aufgaben, z. B. der Bekämpfung der organisierten Kriminalität. Daneben gibt es den Zoll und das Zollkriminalamt mit Sonderaufgaben, beispielsweise im Warenverkehr, bei Steuern, Zollrecht und Wirtschaftskriminalität, sowie die Feldjäger der Bundeswehr mit militärpolizeilichen Aufgaben.

Alle haben unterschiedliche Gesetze. Viele Vorschriften sind ähnlich, aber die Befugnisse können oft variieren. Die Bürger müssen sich aber keine Gedanken machen, welche Polizei für was zuständig ist. Die Behörden regeln nachträglich untereinander, wer einen Fall bearbeitet.

Nur die Polizei darf jemanden festnehmen.

Nein. Jeder darf eine Person festnehmen, die gerade eine Straftat begeht oder begangen hat und flüchten will – also auf frischer Tat. Das heißt, dass ein(e) Tatverdächtige/r bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden kann. Das gilt nicht, wenn die Identität der Person feststeht. Also, wenn beispielsweise der Nachbar etwas aus dem Garten stiehlt.

Beamtenbeleidigung wird härter bestraft.

Beamtenbeleidigung – das gibt es schlicht und einfach nicht. Der Begriff wird im Volksmund oft verwendet, ist aber kein eigener Tatbestand im Gesetz. Es gibt auch keine Tabelle für "Bußgelder", nach denen bestimme Ausdrücke geahndet werden. Die Strafbarkeit richtet sich nach Paragraph 185 des Strafgesetzbuches. Er gilt für Beleidigungen gegen Polizeibeamte genauso, wie gegen jede andere Berufsgruppen oder Privatperson. Die Aufstellung bestimmter Strafen, z. B. 1.000 Euro für "Trottel", richtet sich nach den Geldstrafen, die die Gerichte in einigen Fällen verhängt haben. Diese sind aber nicht bindend.

Wieso werden Polizeibeamte auch abwertend "Bullen" genannt und ist das eine Beleidigung?

"Die Bullen kommen", diesen Ausdruck hört man in Krimis und Spielfilmen häufig. Wie so oft kommt der Begriff ursprünglich gar nicht von besagtem Tier. Im 18. Jahrhundert nannte man den Polizisten oder Gendarmen "Landpuller" oder "Bohler". Die Begriffe stammen aus dem Niederländischen und heißen so viel wie "Kopf" oder "kluger Mensch". Daraus wurde im Laufe der Zeit das Wort "Bulle". 1965 urteilte erstmals ein Gericht, dass der Begriff als Bezeichnung für Polizeibeamte eine Beleidung darstellt.

Natürlich unterliegen solche Begriffe auch dem gesellschaftlichen Wandel, sodass man heute nicht zwangsläufig von einer Beleidigung sprechen kann. Fernsehserien wie "Der Bulle von Tölz" oder "Der letzte Bulle" haben dazu beigetragen. Grundsätzlich sollte man einen Polizeibeamten aber nicht mit "Bulle" ansprechen.

Das Blaulicht ist blau, weil es sich so gut von anderen Lichtern in der Stadt abhebt.

Nein. Das Blaulicht hat seinen Ursprung in einem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte. 1938, kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, entschied man sich für blau bei den „Rundumkennleuchten“, so der Fachbegriff, da blau für feindliche Flugzeuge schlechter sichtbar ist, als rot, orange oder grün.

Während rotes Licht bis in zwei Kilometer Höhe sichtbar ist, streut blaues Licht in der Atmosphäre so stark, dass es nur bis in 300 Meter Höhe gesehen werden kann.

Diensthunde erkennen ihre menschlichen Kollegen an der Uniform.

Mythen Hund2Diese Frage ist umstritten. Hunde sind nicht völlig farbenblind. Das heißt, sie können die Farben der Kleidung unterscheiden. Einige Hunde könnten also eventuell ihre Kollegen in blau von anderen Personen unterscheiden. Das ist aber von Hund zu Hund unterschiedlich. Ist der Hund als Teil einer Dienstgruppe an die Kollegen gewöhnt, dann erkennt er diese auch im Einsatz eher wieder. Das hat aber nicht zwangsläufig mit der Farbe der Uniform zu tun. Wird ein Diensthund eingesetzt und soll eine(n) Tatverdächtige(n) stellen, so halten auch Polizeibeamte Abstand, damit es zu keiner Verwechslung kommt.

Die Abkürzung GSG 9 der Bundespolizei kommt von Grenzschutzgruppe 9.

Richtig. Viele Spezialeinheiten haben mysteriös klingende Abkürzungen: SWAT, GIGN, RAID oder URNA. Sie besitzen zwar eine gewisse Aura, aber oft sind diese Abkürzungen aufregender, als die wahre Bedeutung dahinter.

Genauso verhält es sich mit der GSG 9, die 1972 gegründet wurde. Bei der Namensgebung der Spezialeinheit war man pragmatisch. Der damalige Bundesgrenzschutz, aus dem 2005 die Bundespolizei hervorging, hatte acht Grenzschutzgruppen. Daher schuf man mit der neuen Spezialeinheit einfach eine neunte Grenzschutzgruppe – die GSG 9. Der Bundesgrenzschutz wandelte sich im Laufe der Geschichte ständig und wurde 2005 in Bundespolizei umbenannt. Der Name GSG 9 blieb und bekam lediglich den Zusatz "der Bundespolizei". Gründe für den Erhalt des Namens sind vor allem in der Tradition und der Bekanntheit der Einheit zu sehen.

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Bundespolizist Sebastian Brendel wählt den Bundespräsidenten

Die Bundesversammlung hat am 12. Februar 2017 den neuen Bundespräsidenten gewählt. Um 14:17 Uhr fiel die Entscheidung nach Auszählung des ersten Wahlgangs. Dr. Frank-Walter Steinmeier ist das neue Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland.

Mitten im Geschehen - Bundespolizist Sebastian Brendel. Der dreifache Olympiasieger im Kanu und Polizeiobermeister der Bundespolizei tauschte für einen Tag Paddel gegen Stimmzettel.

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Die Bundesversammlung kommt alle fünf Jahre nur aus einem Grund in Berlin unter der Kuppel des Reichstagsgebäudes zusammen: Zur Wahl des Bundespräsidenten. Insgesamt entschieden 1.260 Stimmberechtigte. Neben den 630 Abgeordneten des Deutschen Bundestages nahmen gleich viele gewählte Vertreter aus den Bundesländern an der Bundesversammlung teil, darunter auch bekannte Persönlichkeiten aus Sport, Film und Musikgeschäft.

"Es war eine große Ehre für mich und ein spannendes Erlebnis als Teil der Bundesversammlung den 12. Bundespräsidenten wählen zu dürfen", sagt Sebastian Brendel nach dem Ende der Bundesversammlung. Er wünscht Frank-Walter Steinmeier nur das Beste für sein Amt. Nun geht es vom politischen Parkett wieder auf das Wasser und zum Training. Vielleicht bis in fünf Jahren, wenn die Bundesversammlung wieder zusammenkommt.

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Spitzensportförderung der Bundespolizei

Sebastian Brendel, der im vergangenen Jahr bei den Olympischen Spielen gleich zweimal Gold im Kanadier-Einer und Zweier holte, ist seit 2008 Teil der Spitzensportförderung der Bundespolizei. Er profitiert damit von dem sogenannten dualen System, bei welchem Spitzensportler nicht nur das sportartenspezifische Training absolvieren, sondern nebenbei auch zum Polizeivollzugsbeamten im mittleren Dienst ausgebildet werden.

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Nächste Bewerbungsrunde startet im Frühjahr 2017

Das Bewerbungsfenster für die Ausbildung im Polizeivollzugsdienst der Bundespolizei mit Einstellung zum 1. September 2017 ist nun geschlossen. Zurzeit nehmen wir keine Bewerbungen mehr entgegen. Für die Ausbildung im mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienst mit Einstellung im Jahr 2018 kannst du dich ab Frühjahr 2017 wieder bewerben.

Die genauen Bewerbungstermine werden hier und auf unserer Facebookseite Bundespolizei Karriere veröffentlicht.

Unsere Einstellungsberater stehen natürlich auch in der Zwischenzeit für dich zur Verfügung.

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Auf die Plätze, fertig, los: Der Ausbildungsbeginn bei der Bundespolizei

Jedes Jahr im September kommt Bewegung in die Aus- und Fortbildungszentren der Bundespolizei. Ein neues Ausbildungsjahr beginnt und mit ihm der Weg zum Traumberuf. Am 1. September 2016 starteten insgesamt 2.387 junge Menschen in ihre Ausbildung, davon gingen 1.855 Anwärter in die Ausbildung für den mittleren und 532 für den gehobenen Polizeivollzugsdienst. Für viele war es der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Nach gut zwei Monaten blicken wir zurück und fassen für euch zusammen, wie die ersten Ausbildungswochen bei der Bundespolizei ablaufen.

Die ersten Tage – ankommen, orientieren, auspacken

Wer das Auswahlverfahren für den mittleren Dienst erfolgreich gemeistert hat, erhält zusammen mit der Zusage die Zuteilung auf eines der Aus- und Fortbildungszentren Neustrelitz, Walsrode, Swisttal, Eschwege, Oerlenbach oder Bamberg. An welchem Standort man seine Ausbildung durchläuft, entscheidet sich nach den vorhandenen Kapazitäten und wird von der Bundespolizeiakademie festgelegt. Die Ausbildung für den gehobenen Dienst findet immer in der Bundespolizeiakademie in Lübeck statt.

Nach der Ankunft am Ausbildungsort beziehen die frisch gebackenen Anwärter als erstes ihre Unterkünfte. Die Zimmer, die in der Regel von zwei Auszubildenden bewohnt werden, sind mit Tisch, Bett, Schrank und einem Waschbecken ausgestattet. Die Duschen und Toiletten befinden sich auf dem Flur und werden gemeinschaftlich, nach Geschlechtern getrennt, genutzt. Frühstück, Mittag und Abendessen gibt es für alle in der Kantine.

Programmpunkte der ersten Tage der Ausbildung:

• Erhalt von Uniform und Sportbekleidung
• Rundgang über das Gelände
• Vorstellung des Lehrgruppenleiters
• feierliche Begrüßung durch den Leiter des Aus- und Fortbildungszentrums
• Ernennung zu Beamten auf Widerruf

Jetzt wird’s offiziell – die feierliche Vereidigung

Wenn die polizeiärztliche Untersuchung erfolgreich bestanden wurde, erfolgt Ende September die feierliche Vereidigung zum Bundespolizisten. In einer offiziellen Zeremonie kommen alle Anwärter des neuen Jahrgangs zusammen, um gemeinschaftlich ihren Eid abzulegen. Sie versprechen, sich für den Schutz der verfassungsmäßigen Ordnung, für die Sicherheit und die Freiheit der Menschen in der Bundesrepublik Deutschland einzusetzen. Die Vereidigung findet im Beisein der Familien statt.

Zurück auf die Schulbank – Stundenplan und Ausbildungsinhalte

Der Unterricht beginnt sowohl im gehobenen als auch im mittleren Dienst direkt in der ersten Ausbildungswoche. Einsatzrecht und Einsatzlehre, Staats- und Verfassungsrecht sowie Kriminalistik stehen dabei unter anderem auf dem Stundenplan. Aber auch klassische Fächer wie Deutsch, Englisch und Sport dürfen natürlich nicht fehlen. Nach vier bis sechs Wochen erfolgt das erste richtige Einsatztraining – ein besonderes Highlight für viele Anwärter.

Und wie gefällt es den Auszubildenden?

Polizeimeisteranwärterin Isabell hat am 1. September 2016 ihre Ausbildung für den mittleren Polizeivollzugsdienst in Bamberg begonnen. Auf Instagram hat sie uns folgende Nachricht geschickt:

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Aussicht genießen, nach 17 km Orientierungsmarsch hoch auf den Staffelberg

Du willst im nächsten Jahr auch dabei sein? Bis zum 15. Dezember 2016 kannst du dich noch für eine Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst bei der Bundespolizei bewerben (Ausbildungsbeginn: 1. September 2017).

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Instagram-Interview mit Polizeikommissar Simon

#eureFragen #unsereAntworten

Polizeikommissar Simon ist als Flugtechniker in Oberschleißheim für die Hubschraubertechnik sowohl am Boden als auch in der Luft zuständig. Nach seiner Ausbildung zum Fluggerätemechaniker bei der Bundeswehr wechselte er zum Flugdienst der Bundespolizei. Im Interview hat er uns eure Fragen aus dem Instagram-Q&A beantwortet.

Hi Simon, du bist Flugtechniker bei der Bundespolizei in Oberschleißheim. Was stand am Anfang: Deine Begeisterung für Technik, für das Fliegen oder für die Polizei?

„Ich war schon immer am Fliegen und an der Technik interessiert. Bei der Bundeswehr habe ich zuerst Fluggerätemechaniker gelernt, wollte aber eigentlich auch gerne selbst mal im Cockpit sitzen. Ich habe dann meine Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst bei der Bundespolizei begonnen. Da war der Traum vom Fliegen noch recht weit weg. Aber dann, als ich in der Ausbildung die ersten Hubschrauberflüge mitgemacht habe, wurde er schon greifbarer. Nach meiner Ausbildung im mittleren Dienst habe ich eine sechsmonatige Weiterbildung zum Mechaniker bei der Fliegerstaffel in Oberschleißheim gemacht. Die letzte Hürde: Die anderthalbjährige Grundausbildung in der Luftfahrerschule, für die ich auch zur fliegerärztlichen Tauglichkeitsuntersuchung musste. Danach war es endlich soweit und ich konnte als Flugtechniker meinen Dienst antreten.“

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Welche Voraussetzungen müssen Bewerber denn erfüllen, um möglicherweise bald an deiner Seite für die Sicherheit der Fliegerstaffel zu sorgen?

„Ein grundlegendes technisches Verständnis ist die wichtigste Voraussetzung für den Beruf des Flugtechnikers. Ideal wäre es, wenn der Bewerber im Vorfeld bereits eine Ausbildung zum KfZ-Mechaniker oder Ähnlichem absolviert hat. Das ist aber kein Muss! Grundsätzlich würde ich sagen, dass jeder, der Interesse für technische Belange mitbringt, schon einmal auf dem richtigen Weg ist. So war es bei mir damals auch. Momentan werden leider keine Flugtechniker bei der Bundespolizei ausgebildet. Wer sich für eine Laufbahn bei dem Flugdienst interessiert, sollte sich aber trotzdem auf jeden Fall für die Bundespolizei bewerben! Es gibt eine Vielzahl an Aufgaben, für die Personal gesucht wird.“

Du bist für die Hubschraubertechnik sowohl am Boden als auch in der Luft verantwortlich. Wie sieht ein typischer Schichtdienst bei dir aus?

„Eine normale Schicht beginnt immer mit einer Besprechung des Tagesablaufs mit allen anstehenden Aufträgen sowie einem Überblick über das Wetter und die Vorausplanung weiterer Einsätze. Im Anschluss folgt ein Check der gesamten Hubschrauber-Technik aller einsatzfähigen Maschinen. Dazu gehört das Öffnen aller Klappen, die Kontrolle der Ölstände und der gesamten Software. Während eines Einsatzes bin ich im Hubschrauber für die Navigation, das Kraftstoffmanagement, den Funkverkehr und die Koordination von Einsatzkräften am Boden zuständig. Im Cockpit bin ich quasi die rechte Hand des Piloten. Wir unterstützen auch schon mal die Mechaniker bei der Wartung und nehmen Inspektionen vor. Dabei werden die Hubschrauber fast vollständig zerlegt und alle Einzelteile auf ihre Tauglichkeit überprüft. So gewährleisten wir, dass wir uns in der Luft zu jedem Zeitpunkt auf unser Arbeitsgerät verlassen können.“

Als Flugtechniker bist du bei vielen Einsätzen der Fliegerstaffel hautnah mit dabei. Gibt es Einsätze, die dir besonders viel Spaß machen?

„Was mir persönlich am liebsten ist, sind Einsätze, bei denen wir Menschen helfen können. Diesen Sommer war ich zum Beispiel bei einem Einsatz dabei, bei dem wir einen abgestürzten Bergsteiger retten konnten. Ohne unsere Hilfe wäre es ihm nicht gelungen, aus der Situation herauszukommen. Die Dankbarkeit, die man da im Nachhinein erfährt, macht solche Einsätze immer wieder zu etwas Besonderem.“

Im Hubschrauber fliegt neben dir manchmal noch der System-Operator mit. Kannst du uns den Unterschied erklären zwischen den Aufgaben des System-Operators und denen des Flugtechnikers?

„Der System-Operator ist ebenfalls Besatzungsmitglied im Hubschrauber und kümmert sich vorwiegend um Dinge wie Kameratechnik, Wärmebildtechnik und Infrarot-Technik. Dafür nimmt er im hinteren Teil des Hubschraubers am Bildschirm Platz. Andere Aufgaben, wie die Bedienung der Winde, teilen wir unter Flugtechnikern und System-Operatoren auf. Im Gegensatz zum Beruf des Flugtechnikers wird für den Job des System-Operators keine anderthalbjährige Fliegerausbildung benötigt. Stattdessen muss man einen sechswöchigen Lehrgang absolvieren.“

Gibt es zum Schluss noch ein paar grundsätzliche Tipps, die du Bewerbern mitgeben möchtest, die sich entschlossen haben, sich bei der Bundespolizei zu bewerben?

„Was wir in unserem Alltag immer merken, ist, dass man es wirklich wollen muss. Bundespolizist zu sein ist nicht nur ein Job, sondern eine Lebenseinstellung! Leute, die bereit sind im Team etwas zu leisten, werden dafür mit unzähligen Einsatzmöglichkeiten belohnt. Bei uns findet jeder seinen Platz.“

Deine Frage wurde nicht beantwortet? Dann schau auf unserem Instagram-Kanal @bundespolizeikarriere vorbei. Hier findest du weitere Antworten und hast die Möglichkeit dich mit der Community auszutauschen.

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Instagram-Interview mit Polizeihauptkommissar Ronny

#eureFragen #unsereAntworten

Ronny ist bei der Bundespolizeiinspektion Münster als Ermittlungsbeamter und Kriminaltechniker tätig. Für diesen Aufgabenbereich braucht man nicht nur eine akribische Arbeitsweise, sondern muss manchmal auch um die Ecke denken können. Im Interview hat uns Ronny erzählt, was die Arbeit in der Kriminalitätsbekämpfung bei der Bundespolizei so besonders macht.

Hallo Ronny, wie bist du in der Kriminalitätsbekämpfung gelandet? Waren dafür spezielle Aus- und Weiterbildungen notwendig?

„Wie alle Bundespolizisten habe ich zunächst die Ausbildung absolviert. Danach habe ich mich beim Ermittlungsdienst beworben, weil ich mich sehr für den Bereich interessiert habe. So bin ich zur Kriminalitätsbekämpfung gekommen. Durch verschiedene Fortbildungen habe ich mein Fachwissen in diesem Bereich erweitert. In der Ausbildung gibt es auch das Unterrichtsfach Kriminalistik. Auf diese Weise kann man schon mal theoretisch und praktisch in die Ermittlungsarbeit reinschnuppern.“

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Unter „Bereitschaftspolizei“ oder auch „Reiterstaffel“ können sich die meisten etwas vorstellen. Der Aufgabenbereich „Kriminalitätsbekämpfung“ ist da schon etwas spezieller. Kannst du uns verraten, wie genau deine Aufgaben dort aussehen?

„Die Kriminalitätsbekämpfung bei der Bundespolizei umfasst ganz verschiedene Bereiche, in denen man mehr oder weniger persönlichen Kontakt zu Tätern, Opfern und dem Fallinhalt hat. Es gibt Fahndungseinheiten, Ermittlungsdienste, Urkundenprüfer und Kriminaltechniker. Jeder hat seine speziellen Aufgaben.

Als Ermittlungsbeamter kümmere ich mich unter anderem um Fälle von Sachbeschädigung oder Körperverletzung, zum Beispiel im Zuge eines Fußballspiels. Aber auch die Unfallermittlung bei einem Bahnunfall, gehört zu meinen Aufgaben. Ich führe mit meinen Kollegen auch mal eine Hausdurchsuchung durch oder einen Tatverdächtigen dem Richter vor.

Bei der Kriminaltechnik wiederum habe ich weniger mit den am Fall beteiligten Personen zu tun. Dort sind meine Hauptaufgaben die Spurensuche und -bearbeitung sowie die Tatortaufnahme. Das heißt, ich beurteile, ob ich eine Spur selber untersuchen und sichern kann, zum Beispiel auf Fingerabdrücke, oder ob diese an die kriminaltechnischen Dienste weitergeleitet werden muss.“

Gibt es einen Fall, der dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?

„Es gibt viele kuriose und spannende Fälle. Für mich sind Bahnbetriebsunfälle immer besonders interessant. Es ist schon beeindruckend, wie Kraft wirken kann, wenn auf einmal, was früher mal ein Zug war, nur noch ein großer Haufen Schrott ist. Wir versuchen dann herauszufinden, wie es dazu kam. Im Winter 2009 zum Beispiel verunglückte ein Zug in Neubeckum. Er wurde förmlich auseinandergerissen und die Trümmer lagen auf zwei Kilometer verteilt.“

Fällt es da manchmal schwer Abstand zu dem Erlebten zu bewahren oder nimmt man die Fälle schon mal gedanklich nach Feierabend mit nach Hause? Ist man ständig auf Abruf?

„Ich kann da ganz gut abschalten. Bei großen und kniffligen Fällen denkt man natürlich manchmal auch Zuhause noch darüber nach. Aber es ist wichtig Freizeit und Arbeit zu trennen. Auch wenn es immer sein kann, dass man in seiner freien Zeit zu einem Einsatz gerufen wird. Allerdings kommt das in meinem Bereich nicht sehr häufig vor. Normalerweise arbeite ich von Montag bis Freitag, wobei ich mir die Arbeitszeit bis zu einem gewissen Grad selber einteilen kann – ich kann mal früher gehen und muss mal länger bleiben. Neben der Arbeit trainiere ich eine Fußballmannschaft. Es bleibt also genügend Zeit für Hobbys.“

Apropos Freizeit: Guckt man sich als Ermittler überhaupt Krimis im Fernsehen an?

„Klar schaue ich zum Beispiel mal gerne den ‚Tatort’ – auch wenn der natürlich in erster Linie unterhalten soll und vieles unrealistisch ist. Dennoch kann auch ein „Tatort“ ein kleiner Ideengeber sein, zum Beispiel bei der Tatortaufnahme. Der wesentlichste Unterschied zwischen dem ‚Tatort’ und der realen Ermittlungsarbeit ist der deutlich geringere Papierkram im Fernsehen. Zu guter Ermittlungsarbeit zählt im echten Leben natürlich auch das Festhalten jeder Ermittlungshandlung, um Tatbestände beweissicher zu machen. Nur so kann ein Täter vor Gericht gestellt werden. Für mich sind die schriftlichen Berichte daher sehr wichtig, damit das Tatgeschehen vor Gericht nachvollziehbar ist.“

Zusammengefasst, was ist das Besondere an deinem Job?

„Jeder Fall muss ganz individuell angegangen werden. Ich muss mich immer wieder neu in den Täter hineinversetzen – besonders bei der Tatortaufnahme. Das heißt, ich muss mir überlegen, was könnte der Täter wie gemacht haben und wo könnte ich Spuren finden. Der Ablauf ist zwar ähnlich, doch jeder Täter verhält sich anders, sodass Befragungen und Vernehmungen immer anders sind. Dadurch bleibt der Beruf sehr abwechslungsreich und wird nie langweilig.“

Kannst du angehenden Bundespolizisten empfehlen, im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung tätig zu werden? Welche Eigenschaften müssen Bewerber deiner Meinung nach dafür mitbringen?

„Wenn man sich für die Kriminalitätsbekämpfung interessiert, sollte man das Ziel unbedingt verfolgen. Es werden immer junge Ermittlungsbeamte gesucht. Besonders wichtig für die Arbeit sind eine selbstständige Arbeitsweise, ein gesundes Selbstvertrauen und Kommunikationsfähigkeit. Außerdem kreatives Denken, um einen Tatort von verschiedenen Seiten beleuchten zu können, und natürlich ist der Umgang mit dem Computer fest im Arbeitsalltag verankert.“

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Instagram-Interview mit Polizeiobermeister Erkan

#eureFragen #unsereAntworten

Erkan arbeitet seit 2011 als Bundespolizist am Münchener Hauptbahnhof. Für den Einsatz am Bahnhof braucht man manchmal ein dickes Fell. Im Interview erzählt er uns, von seinen Aufgaben und beantwortet eure Fragen aus unserem Instagram-Q&A.

Hallo Erkan, das Wichtigste zuerst: Warum hast du dich entschieden, Bundespolizist zu werden?

„Ich hatte schon immer den Kindheitstraum, Polizist zu werden. Nach meinem Schulabschluss im Jahr 2007 war ich bei einem Berufsinformationstag des Arbeitsamtes in Nürnberg, wo sich unter anderem auch die Bundespolizei vorgestellt hat. Ich habe mich dann sowohl bei der Bundes- als auch bei der Landespolizei beworben. Letztendlich haben mich aber vor allem die Heilfürsorge, die besseren Aufstiegsmöglichkeiten und die bessere Besoldung bei der Bundespolizei überzeugt.“

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Nach deiner Ausbildung in Oerlenbach bist du 2011 nach München gekommen. Hattest du Mitspracherecht bei der Wahl deines Arbeitsortes?

„Ja, im letzten halben Jahr der Ausbildung haben wir eine Liste bekommen, welche Standorte, wie viele Stellen frei haben. Die meisten freien Stellen gibt es in der Regel in den Schwerpunktbereichen am Flughafen Frankfurt/Main, München, Stuttgart und Sankt Augustin. Ich wollte gerne in der Nähe meiner Heimatstadt Nürnberg bleiben und habe mich deswegen für München und den Hauptbahnhof beworben.“

Am Bahnhof arbeitet ihr in drei Schichten. Wie beginnt bei dir ein typischer Arbeitstag?

„Also, als erstes fahre ich zur Dienststelle am Münchner Hauptbahnhof, lade meine Waffe, begrüße die Kollegen und dann schaue ich auf den Streifenplan. Er gibt Auskunft darüber, wer mit wem für die Streife eingeteilt ist, an welchem Bahnhof ich eingesetzt bin oder ob ich mit einer motorisierten Streife alle S-Bahn-Haltepunkte abfahren werde. Meistens beginnt der Dienst dann damit, dass ich Sachbearbeitungen aus vorherigen Schichten zu Ende bringe und auf den ersten Einsatz warte, der bei einem so großen Bahnhof, wie dem Münchener Hauptbahnhof, sehr schnell kommen kann.“

In deinem Job arbeitest du eng mit deinen Kollegen zusammen und bist in bestimmten Situationen auf ihre Rückendeckung angewiesen. Wie ist die Atmosphäre in eurem Team?

„Das Teamgefühl ist sehr positiv. Es gibt Tage und Wochen, da sehe ich meine Kollegen mehr als meine eigene Familie. Wenn man viele Stunden am Tag zusammenarbeitet, dann ist es ganz normal, dass aus Kollegen auch Freunde werden. Man hat die gleiche Denkweise, ist mit dem Job gewachsen und aufeinander angewiesen. Wenn wir im Bahnhof oder draußen auf Streife unterwegs sind, ist es die oberste Priorität, dass man sich gegenseitig vertraut.“

Aufgrund deines Namens haben einige User geschlossen, dass du Migrationshintergrund hast. Hat diese Tatsache Einfluss auf deine Arbeit bei der Polizei?

„Es gibt manchmal Situationen, da werde ich von Passanten direkt angesprochen mit: ‚Hey, du bist doch Türke’ oder ‚Hey, du bist doch Araber’. Die überwiegende Mehrheit freut es, dass ich als Türke bei der deutschen Polizei arbeite. Das ist etwas, was man sich vor fünfzehn Jahren noch nicht hätte vorstellen können. Und die Tendenz ist steigend. Wenn ich das mit Freunden vergleiche, die in anderen Berufen arbeiten, ist die Bundespolizei wirklich ein Top-Arbeitgeber. Toleranz ist bei uns das A und O! Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass meine Anwesenheit zum Teil eine beruhigende Wirkung hat. Wenn meine Kollegen mit jemandem auf kommunikativer Ebene nicht weiterkommen, dann werde ich meistens herangezogen. Mein Gegenüber sieht dann: Da ist einer, der spricht meine Sprache und versteht mich.“

Gab es einen besonderen Fall, der dir im Gedächtnis geblieben ist und den du mit uns teilen willst?

„Im Gedächtnis bleiben natürlich immer die besonders schönen, aber auch die besonders traurigen Fälle. So kommt es ab und zu vor, dass wir zum Einsatz wegen eines Suizides gerufen werden. Das sind die schrecklichen Momente, die man zwar verkraftet, deren Bilder aber schon ein paar Tage im Kopf bleiben. Es gibt aber auch lustige Situationen, wie dieses Jahr auf dem Oktoberfest. Da waren wir an der S-Bahn-Haltestelle Hackerbrücke eingeteilt. Die Arbeit macht gleich noch ein bisschen mehr Spaß, wenn die Wiesnbesucher mit uns ein Tänzchen machen wollen. Toll sind auch die Einsätze, zum Beispiel, wenn wir mit Hilfe der Fliegerstaffel nach Graffiti-Sprühern jagen. Wir sitzen dann entweder selber mit im Hubschrauber oder fahren mit dem Einsatzwagen auf der Straße und lassen uns vom Hubschrauber lotsen.“

Hast du mal eine Art Glücksmoment gehabt?

„Wir haben sehr oft den Fall, dass Eltern am Hauptbahnhof ihre Kinder vermissen. Wir müssen dann schauen, wie wir Kind und Eltern wieder zusammenbringen und dafür auch andere Behörden, wie die Landespolizei einschalten. Wenn wir es dann am Ende schaffen, ist das schon eine Art Glücksmoment für mich. Man muss sich nur mal vorstellen, das eigene Kind ginge verloren.“

Am Bahnhof herrscht ja manchmal auch ein etwas rauerer Ton. Einige User wollen daher wissen, wie du mit Respektlosigkeit umgehst.

„Das kommt immer ganz darauf an. Wenn mich einer nur anpöbelt, dann ignoriere ich das. Das höre ich tagtäglich, so wie meine anderen Kollegen auch. Wenn mich jemand beleidigt, kommt es darauf an, was derjenige genau sagt, ob er es wiederholt und wie sein Zustand war. Bei jemandem, der extrem alkoholisiert ist, sehe ich auch schon mal drüber hinweg. Ist die Person bei vollem Bewusstsein, dann erstatten wir auch Anzeige.“

Letzte Frage: Was ist dein ultimativer Tipp für das Auswahlverfahren?

„Ich kann nur jedem die Bücher zum Testtraining empfehlen. Die sind super, um sich auf den schriftlichen und logischen Teil des Auswahlverfahrens vorzubereiten. Für das persönliche Gespräch ist mein Tipp: Natürlich bleiben und sich nicht verstellen. Dass man nervös ist, ist vollkommen normal.“

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