Instagram-Interview mit Polizeikommissar Simon

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Polizeikommissar Simon ist als Flugtechniker in Oberschleißheim für die Hubschraubertechnik sowohl am Boden als auch in der Luft zuständig. Nach seiner Ausbildung zum Fluggerätemechaniker bei der Bundeswehr wechselte er zum Flugdienst der Bundespolizei. Im Interview hat er uns eure Fragen aus dem Instagram-Q&A beantwortet.

Hi Simon, du bist Flugtechniker bei der Bundespolizei in Oberschleißheim. Was stand am Anfang: Deine Begeisterung für Technik, für das Fliegen oder für die Polizei?

„Ich war schon immer am Fliegen und an der Technik interessiert. Bei der Bundeswehr habe ich zuerst Fluggerätemechaniker gelernt, wollte aber eigentlich auch gerne selbst mal im Cockpit sitzen. Ich habe dann meine Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst bei der Bundespolizei begonnen. Da war der Traum vom Fliegen noch recht weit weg. Aber dann, als ich in der Ausbildung die ersten Hubschrauberflüge mitgemacht habe, wurde er schon greifbarer. Nach meiner Ausbildung im mittleren Dienst habe ich eine sechsmonatige Weiterbildung zum Mechaniker bei der Fliegerstaffel in Oberschleißheim gemacht. Die letzte Hürde: Die anderthalbjährige Grundausbildung in der Luftfahrerschule, für die ich auch zur fliegerärztlichen Tauglichkeitsuntersuchung musste. Danach war es endlich soweit und ich konnte als Flugtechniker meinen Dienst antreten.“

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Welche Voraussetzungen müssen Bewerber denn erfüllen, um möglicherweise bald an deiner Seite für die Sicherheit der Fliegerstaffel zu sorgen?

„Ein grundlegendes technisches Verständnis ist die wichtigste Voraussetzung für den Beruf des Flugtechnikers. Ideal wäre es, wenn der Bewerber im Vorfeld bereits eine Ausbildung zum KfZ-Mechaniker oder Ähnlichem absolviert hat. Das ist aber kein Muss! Grundsätzlich würde ich sagen, dass jeder, der Interesse für technische Belange mitbringt, schon einmal auf dem richtigen Weg ist. So war es bei mir damals auch. Momentan werden leider keine Flugtechniker bei der Bundespolizei ausgebildet. Wer sich für eine Laufbahn bei dem Flugdienst interessiert, sollte sich aber trotzdem auf jeden Fall für die Bundespolizei bewerben! Es gibt eine Vielzahl an Aufgaben, für die Personal gesucht wird.“

Du bist für die Hubschraubertechnik sowohl am Boden als auch in der Luft verantwortlich. Wie sieht ein typischer Schichtdienst bei dir aus?

„Eine normale Schicht beginnt immer mit einer Besprechung des Tagesablaufs mit allen anstehenden Aufträgen sowie einem Überblick über das Wetter und die Vorausplanung weiterer Einsätze. Im Anschluss folgt ein Check der gesamten Hubschrauber-Technik aller einsatzfähigen Maschinen. Dazu gehört das Öffnen aller Klappen, die Kontrolle der Ölstände und der gesamten Software. Während eines Einsatzes bin ich im Hubschrauber für die Navigation, das Kraftstoffmanagement, den Funkverkehr und die Koordination von Einsatzkräften am Boden zuständig. Im Cockpit bin ich quasi die rechte Hand des Piloten. Wir unterstützen auch schon mal die Mechaniker bei der Wartung und nehmen Inspektionen vor. Dabei werden die Hubschrauber fast vollständig zerlegt und alle Einzelteile auf ihre Tauglichkeit überprüft. So gewährleisten wir, dass wir uns in der Luft zu jedem Zeitpunkt auf unser Arbeitsgerät verlassen können.“

Als Flugtechniker bist du bei vielen Einsätzen der Fliegerstaffel hautnah mit dabei. Gibt es Einsätze, die dir besonders viel Spaß machen?

„Was mir persönlich am liebsten ist, sind Einsätze, bei denen wir Menschen helfen können. Diesen Sommer war ich zum Beispiel bei einem Einsatz dabei, bei dem wir einen abgestürzten Bergsteiger retten konnten. Ohne unsere Hilfe wäre es ihm nicht gelungen, aus der Situation herauszukommen. Die Dankbarkeit, die man da im Nachhinein erfährt, macht solche Einsätze immer wieder zu etwas Besonderem.“

Im Hubschrauber fliegt neben dir manchmal noch der System-Operator mit. Kannst du uns den Unterschied erklären zwischen den Aufgaben des System-Operators und denen des Flugtechnikers?

„Der System-Operator ist ebenfalls Besatzungsmitglied im Hubschrauber und kümmert sich vorwiegend um Dinge wie Kameratechnik, Wärmebildtechnik und Infrarot-Technik. Dafür nimmt er im hinteren Teil des Hubschraubers am Bildschirm Platz. Andere Aufgaben, wie die Bedienung der Winde, teilen wir unter Flugtechnikern und System-Operatoren auf. Im Gegensatz zum Beruf des Flugtechnikers wird für den Job des System-Operators keine anderthalbjährige Fliegerausbildung benötigt. Stattdessen muss man einen sechswöchigen Lehrgang absolvieren.“

Gibt es zum Schluss noch ein paar grundsätzliche Tipps, die du Bewerbern mitgeben möchtest, die sich entschlossen haben, sich bei der Bundespolizei zu bewerben?

„Was wir in unserem Alltag immer merken, ist, dass man es wirklich wollen muss. Bundespolizist zu sein ist nicht nur ein Job, sondern eine Lebenseinstellung! Leute, die bereit sind im Team etwas zu leisten, werden dafür mit unzähligen Einsatzmöglichkeiten belohnt. Bei uns findet jeder seinen Platz.“

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