Instagram-Interview mit Polizeiobermeister Marcus

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Marcus ist seit März 2012 am Flughafen Frankfurt/Main für Grenzschutz und Luftsicherheit zuständig. Nach seiner Ausbildung als Kraftfahrzeugmechatroniker bei der Bundespolizei, wollte er selbst Bundespolizist werden. Im Interview beantwortet er eure Fragen aus unserem Instagram-Q&A.

Hi Marcus, du arbeitest als Polizeiobermeister am Frankfurter Flughafen. Wie kommt es, dass du ausgerechnet dort gelandet bist?

„Das war eher zufällig. Nach Abschluss der Ausbildung wurden verschiedene Stellen an unterschiedlichen Standorten ausgeschrieben. Frankfurt hat mich dann persönlich und karrieretechnisch am meisten interessiert. Außerdem konnte ich während meines Praktikums im Rahmen der Ausbildung im mittleren Dienst in die Arbeit am Frankfurter Flughafen reinschnuppern und konnte mich direkt damit identifizieren.“

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Der Frankfurter Flughafen ist ja der größte in ganz Deutschland. Da gibt es mit Sicherheit eine Vielzahl an Aufgaben. Welche fallen in deinen Aufgabenbereich und was sind typische Situationen, mit denen du tagtäglich konfrontiert wirst?

„Im Bereich der grenzpolizeilichen Aufgaben sind die regulären Passkontrollen unsere Hauptarbeit. In letzter Zeit habe ich aber auch viel mit sogenannten Überstellungen zu tun. Das heißt, wenn sich jemand in Deutschland aufhält, obwohl er in einem anderen Land Asyl beantragt hat, wird er für das Asylverfahren dorthin zurückgeschickt. Manchmal reisen die Personen nur über den Frankfurter Flughafen weiter, manchmal bleiben sie hier, weil ihr Asylverfahren in Deutschland stattfindet. Wenn sie hierbleiben, dann bin ich unter anderem für die ersten Bearbeitungen und Weiterleitung an die Erstaufnahmestationen zuständig – wenn sie weiterreisen, begleite ich sie zu ihrem Flugzeug.

Im Bereich der Luftsicherheit kümmere ich mich unter anderem um die Überwachung der Sicherheitskontrollen am Flughafen. Sollte es zum Beispiel bei der Durchsuchung eines Gepäckstückes zu einer verdächtigen Feststellung kommen, dann müssen wir einschätzen, ob eine Gefahr besteht oder nicht. Je nach Situation kann der Betroffene weiterreisen oder muss sich einer Befragung und weiteren Kontrollen unterziehen. Beide Bereiche – Grenzschutz und Luftsicherheit – sind am Flughafen eng miteinander verzahnt.“

Wie verständigt ihr euch mit Personen, die offensichtlich kein Deutsch sprechen?

„Als Allererstes versuchen wir es auf Englisch, das klappt meistens ganz gut. Wenn der Betroffene kein Deutsch oder Englisch spricht, dann nehmen wir ihn mit auf die Dienststelle. Dort versuchen wir dann sprachkundige Kollegen oder einen Dolmetscher einzubinden. Zum Teil nutzen wir auch zweisprachige Formulare – deutsch und verschiedene andere Sprachen, die uns bei der Feststellung der Muttersprache helfen, wenn der Betroffene schreiben kann.“

Viele unserer User haben sich gefragt, wie es mit der Aufgabenteilung am Flughafen aussieht. Handelt es sich bei dem Bereich hinter den Sicherheitskontrollen bereits um internationales Gebiet? Wo ist die Bundespolizei noch zuständig und wo nicht?

„Die Bundespolizei ist für die Sicherheit in allen Bereichen zuständig, sowohl vor als auch hinter den Sicherheitskontrollen. Der Bereich hinter den Sicherheitskontrollen gehört nicht zu internationalem Gebiet. Es ist deutsches Hoheitsgebiet, wie vor den Sicherheitskontrollen auch. Grob gesagt ist der einzige Unterschied, dass es sich um einen im Polizeijargon bezeichneten „sauberen“ Bereich handelt. Das heißt, man muss eine Bordkarte und ein gültiges Dokument – einen Pass oder Personalausweis – besitzen und darf keine gefährlichen Gegenstände bei sich tragen, um in diesen Bereich zu gelangen. Es gibt außerdem Kollegen, die Streife am Zaun des Flughafens und auf dem Start- und Landefeld fahren, damit niemand auf startende und landende Flugzeuge Einfluss nehmen kann.“

In den vergangenen Monaten kam es vermehrt zu Terrorwarnungen. Wie nimmst du die aktuellen Entwicklungen wahr? Hast du das Gefühl, dass diese Ereignisse Einfluss auf deine tägliche Arbeit am Flughafen haben?

„Nach den Anschlägen von Paris wurde die Präsenz zum allgemeinen Schutz der Kontrollstellen erhöht. Die Maßnahmen sollen unter anderem verhindern, dass sich jemand unkontrolliert Zugang zum Sicherheitsbereich verschafft. Zum Teil kontrollieren wir auch einzelne Flugzeuge im Zuge der Anti-Terror-Maßnahmen. Waren wir vorher schon wachsam, dann sind wir jetzt noch aufmerksamer und schneller alarmiert. Vor ein paar Wochen mussten wir zum Beispiel einen ganzen Terminal räumen und konnten diesen erst nach Sicherheitsüberprüfung wieder öffnen. Auch wenn die Stimmung der Passagiere natürlich nicht so toll war, muss man in so einer Situation freundlich, ruhig, hilfsbereit und auf seinen Auftrag konzentriert bleiben.“

Was gefällt dir an deiner Arbeit? Wie sehen deine Arbeitszeiten aus?

„Die Abwechslung gefällt mir! Mal ist es wirklich eine Art Bürojob, wenn ich bei der Grenzkontrolle sitze und Pässe kontrolliere. Auf der anderen Seite lege ich, wenn ich auf Streife im Terminal unterwegs bin, auch schon mal 15 Kilometer innerhalb von ca. acht Stunden zurück. Jeden Tag ist die Arbeit anders – auch innerhalb des Tages. Wir arbeiten im Schichtdienst, das heißt, ich habe „rollende“ Wochen mit Früh-, Spät- und Nachtdienst immer im Wechsel. An den Wechsel muss man sich vielleicht am Anfang etwas gewöhnen, aber das ist ja in jedem Schichtdienst so.“

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