Bundesbereitschaftspolizei

Bundesbereitschaftspolizei

Immer zur Stelle: Die Bundesbereitschaftspolizei
Ein Team für alle Fälle

Murat hat alles andere als einen Schreibtischjob. Seine Mission: Deutschland sicherer machen. Seine Dienstkleidung: Schutzhelm und Körperschutz. Der Bundesbereitschaftspolizist war schon bei vielen Großeinsätzen wie Demonstrationen oder Fußballspielen im Einsatz, hat Häuser durchsucht und Straftäter gestellt. Für den 34-Jährigen ist klar: „Es gibt ruhigere Berufe, aber ich kann mir keinen anderen vorstellen.“ Die Bundesbereitschaftspolizei kommt meist bei Veranstaltungen zum Einsatz. Dort, wo viele Menschen für viel Konfliktpotenzial sorgen, stehen die Bundesbereitschaftspolizisten oft zwischen den Fronten. Bei Fußballspielen trennen sie gewaltbereite, rivalisierende Fußballfans. Bei Demos schirmen sie politische Gegner voneinander ab. „Dabei geht es nicht immer nur friedlich zu“, räumt Murat ein. „Doch wir versuchen immer, deeskalierend auf alle Beteiligten einzuwirken.“

„Wir müssen uns blind vertrauen können“

Im Arbeitsalltag der Bereitschaftspolizei kommt es vor allem auf gute Zusammenarbeit an. „Der Teamgedanke ist bei uns extrem wichtig: Wir müssen uns blind vertrauen

Murat

können“, sagt Murat und ergänzt: „Einzelgänger sind hier falsch.“ Der Gemeinschaftsgedanke ist aber nicht nur bei Großeinsätzen das A und O. Die Bundespolizeiabteilung des gebürtigen Niedersachsen unterstützt die Kollegen an der Grenze, den Flughäfen oder den Bahnanlagen, aber auch andere Behörden wie das Bundeskriminalamt oder die Polizeien der Länder. „Also ein Job, der Abwechslung garantiert“, betont Murat. Seine Einheit ist im nordrhein-westfälischen Sankt Augustin stationiert. Wenn sie gebraucht wird, arbeitet sie in Trupps, Gruppen, Zügen oder Hundertschaften, also in der Stärke von fünf bis 120 Bundesbereitschaftspolizisten.

Vom Schüler zum Lehrer

2004 schloss Murat seine zweieinhalbjährige Ausbildung bei der Bundespolizei ab und trat seinen Dienst unmittelbar im Anschluss bei der Bundesbereitschaftspolizei an. In den darauffolgenden Jahren gehörten die verschiedensten Einsätze für ihn zum Berufsalltag. Mittlerweile kümmert sich der 34-Jährige auch um den „Nachwuchs“. Er schult die neuen Kollegen im Schießtraining, bringt ihnen Selbstverteidigungstechniken bei, trainiert mit ihnen deeskalierendes Verhalten und verdeutlicht die Gefahren von Alleingängen. „Mir macht es einfach Spaß, die eigenen Erfahrungen an die jungen Leute weiterzugeben“, sagt Murat. „Schließlich sollen sie so wenig Fehler wie möglich machen – und eine Einheit bilden.“


Die Bundesbereitschaftspolizei im Überblick

Die Bundespolizeiabteilungen der Direktion Bundesbereitschaftspolizei stellen deutschlandweit verfügbare Einsatzeinheiten sowie Führungs- und Einsatzmittel. Dabei unterstützen sie eigene Dienststellen der Bundespolizei, aber auch andere Bedarfsträger – und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Inneren Sicherheit. Im Einzelnen unterstützt die Bundesbereitschaftspolizei die regionalen Bundespolizeidirektionen im jeweiligen Aufgabenbereich (Grenze, Bahn und Luft sowie beim Schutz von Bundesorgangen). Zusätzlich sind die Beamten der Bundesbereitschaftspolizei zur Stelle, wenn die Polizeien der Länder bei besonderen Anlässen – wie etwa den Großveranstaltungen zum 1. Mai in Berlin – Unterstützung benötigen. Auch andere Bundesbehörden, wie die Bundeszollverwaltung oder das Bundeskriminalamt setzen, z. B. zur Strafverfolgung bei bundesweiten Hausdurchsuchungen, auf die Hilfe der Bundesbereitschaftspolizei. Schließlich entsendet die Bundesbereitschaftspolizei auf besondere Anforderung auch Spezialkräfte, zum Beispiel eine Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft oder Teileinheiten der technischen Einsatzhundertschaft, wie Tauchergruppen, eine Wasserwerfer-Sonderwagen-Einheit oder im Baum- und Industrieklettern geschulte Polizeivollzugsbeamte oder unterstützt zur Hilfeleistung bei Katastrophen wie dem Hochwasser 2013.